Second Hand: Lieblingsstücken eine zweite Chance geben

Second Hand gibt es in vielen Bereichen, so bei Kleidung, Elektronik, Möbeln und erst recht im Fahrzeugmarkt. Bei der Bekleidung hatte das Modell lange einen schlechten Ruf: Es weckte Assoziationen an muffige Shirts oder Hosen mit ausgeleierten Ärmeln oder Beinen, die viel zu lange bei jemandem in einem vergessenen Karton gelegen hatten, bevor sie ihren Weg in den Shop für Second Hand fanden. Dieser war dann mit alten Sachen bis zur Decke vollgestopft, doch das Passende war nie zu finden. Dieses schon immer etwas überzogene Klischee stimmt aber längst nicht mehr, im Gegenteil: Second Hand bringt sehr viele Vorteile!

Gute Gründe für Second Hand

Der erste Grund für jedermann, auf Second Hand zu setzen, ist natürlich der Preis. Günstiger geht es wirklich nicht. Wer den eigenen Geldbeutel schonen möchte und muss, kauft Second Hand. Wir können uns nicht durchweg Designerklamotten oder auch Fair Fashion im Neuzustand leisten, weshalb Second Hand eine günstige, dennoch aber modische Alternative ist. Viele Verkäufer*innen geben die Sachen schon nach einer halben Saison in den Shop für Second Hand, was bedeutet, dass sie eigentlich noch topaktuell und zudem nur wenig gebraucht (mithin auch keinesfalls „ausgeleiert“) sind. Neben diesem hauptsächlichen Kaufmotiv für Second Hand gibt es noch einige Gründe mehr, die für das Konzept sprechen:

Angebotsvielfalt: Moderne Geschäfte, die Second Hand anbieten, sind durchweg gut sortiert. Wühltische gibt es höchstens für Kleinstwäsche, ansonsten hängen die Sachen ordentlich nach Größen aufgereiht auf der Stange – wie in jedem normalen Modegeschäft. Meistens ist daher das Passende schnell zu finden.

Wertschätzung: Bekleidung aus dem Shop für Second Hand ist ein Ausdruck höchster Wertschätzung. Wir geben damit einem Teil ein neues Leben, das zuvor ungenutzt herumlag oder gar im Müll entsorgt worden wäre. Vielfach werden Sachen aus dem Second Hand sogar zum neuen Lieblingsteil. Wie sehr diese Wertschätzung in uns Käufer*innen verwurzelt ist, merken wir daran, wie wir staunend durch den Shop gehen: Es gleicht immer ein wenig einer Schatzsuche. Endlich haben wir dann unsere neue Jeans für 10 Euro oder die Winterjacke für schlappe 20 Euro gefunden: Das ist ein großartiges Gefühl! Die ganze Fast Fashion hatte uns schon fast unsere Wertschätzung gegenüber der Mode abtrainiert, doch Second Hand bringt sie glücklicherweise zurück.

Nachhaltigkeit: Was könnte nachhaltiger sein als Second Hand? Diese Bekleidung verbraucht keine neuen Ressourcen, weder bei den Rohstoffen noch der Energie, dem Transport oder der Müllentsorgung (von gebrauchter Bekleidung). Um diese Nachhaltigkeit noch mehr zu unterstützen, lohnt es sich, auf regionalen Märkten für Second Hand einzukaufen. Das ist ein echter Beitrag zum Klimaschutz!

Individualität: Mode aus zweiter Hand kann viel individueller ausfallen als diejenige aus den Markengeschäften, die soeben lautstark die jüngsten Trends hinausposaunt haben, die nun alle tragen. Gut, Second Hand mag oft der Stil von vor einem oder zwei Jahren sein, doch wer erinnert sich daran? Vielmehr staunt das Publikum über unseren ausgefallenen Geschmack, der momentan bei niemandem sonst zu finden ist. Mit aktuellen Markenklamotten hingegen trifft man garantiert auf irgendeiner Party jemanden, der genau dasselbe anhat, was meistens peinlich rüberkommt.

Der neue Boom von Second Hand

Seit 2020 boomt das Konzept Second Hand vor allem bei Onlineanbietern mehr als je zuvor. Das liegt zweifellos an der Corona-Pandemie, die viele von uns ins Homeoffice und gleichzeitig zum Sparen zwang: Wer seine Kurzarbeit von daheim aus erledigt und wegen eingeschränkter Einkünfte sparen muss, kauft natürlich Second Hand. Doch Experten machen noch weitere Gründe hierfür aus, die mit den erwähnten Vorteilen von Second Hand zu tun haben. So hat Corona zu einem Umdenken geführt. Zwar hat unser Konsumstil nichts mit dem Virus zu tun, doch trotzdem haben uns die Lockdowns und die vielen Opfer nachdenklich gemacht. Muss es immer das Neueste und Angesagteste sein? Sollten wir nicht unsere Ressourcen und damit unseren Planeten schonen? Wollen wir nicht endlich nachhaltiger leben, unsere Freundschaften pflegen und nicht immer nur auf den Status durch neueste Klamotten, Autos oder Smartphones schielen? Womöglich brauchen wir das Geld, das wir bisher dafür ausgegeben haben, in Zukunft für existenzielle Anschaffungen? In der Tat bestätigen solche Vermutungen auch Händler, die es wissen müssen. Ihre Kunden kommunizieren vielfach klar, dass die Pandemie ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit auf eine neue Ebene gehoben hat – nach Befragungen des deutschen Einzelhandelsverbandes trifft das als Hauptmotiv auf 16 % der deutschen Kundinnen und Kunden zu, die jetzt bevorzugt Second Hand im Bekleidungsbereich kaufen. Die großen Händler haben erkannt, woher der Wind weht: Auch H&M oder Zalando sind inzwischen in das Geschäft mit Second Hand eingestiegen. Ein Ende des Booms ist also nicht in Sicht.

Wo gibt es überall Second Hand?

Second Hand ist natürlich online zu finden, was in den einschlägigen Shops, die auch Sachen entgegennehmen, mit gezielter Filterung möglich ist. Es gibt praktisch keinen Unterschied zum klassischen Mode-Shop. Die Auswahl ermöglicht zum Beispiel folgende Eingaben:

Größe

Farben

Marke

Stilrichtungen

Preisgruppe

Produktionsjahr

In Städten gibt es Shops für Second Hand, die entweder exakt so heißen oder sich Charity- oder Vintageladen nennen. Charitygeschäfte arbeiten gemeinnützig zu unschlagbar niedrigen Preisen, während es in Vintageläden durchaus auch echte Designerteile gibt. Viele von uns kaufen Mode nach wie vor gern im echten Ladengeschäft ein, um sie anzufassen und gleich anzuprobieren.

In unserem Gebrauchtwarengeschäft bieten wir unseren Kunden ein gut sortiertes Angebot an Gebrauchtwaren aller Art. Egal, ob Sie auf der Suche nach Möbeln, Haushaltsgeräten, Dekorartikeln, Bücher oder CDs sind – bei uns entdecken Sie all das und sogar noch vieles mehr. Uns liegt unsere Umwelt sehr am Herzen, weswegen wir bei Haushaltsauflösungen oder Entrümpelungen, für die wir beauftragt wurden, brauchbare Gegenstände verwerten und zu günstigen Preisen in unserem Geschäft anbieten.

Wissen sollten Interessenten, dass Second Hand nicht gleich Second Hand ist: Es gibt neben den wirklich gut sortierten Läden auch echte Flohmärkte, die von Städten und Gemeinden veranstaltet werden. Hier kann jedermann seine Teile selbst an die Nachbarschaft verkaufen. Das hat den Charme des Ursprünglichen, allerdings auch einige Nachteile. Die Preise sind nicht geprüft, die Qualität ebenfalls nicht, auch gibt es keine einheitliche Sortierung. Second Hand wird somit zum echten Abenteuer, das aber auch Spaß machen kann. Nur Zeit müssen Käufer*innen mitbringen.

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